Rahmung und Aufbewahrung

Den idealen Rahmen finden

Herzliche Glückwunsch! Das Auftragsportrait Ihres kleinen Sohnes kam vorhin mit der Post ins Haus. Sie haben passend zum Gemälde in A4 schon einen ebenso großen, farbenfrohen blauen Rahmen erstanden, der noch dazu ganz schön teuer war. Nun legen Sie das Gemälde auf das Glas und setzen auch die restlichen Teile des Rahmens an die richtigen Stellen – fertig.
Doch irgendwie kommt das Portrait nicht richtig zur Geltung, mehrere Zentimeter des Gemälderandes werden vom Holz des Rahmens überdeckt. Es wirkt eingeengt, auch das grelle Blau des Rahmens war vielleicht nicht die beste Farbwahl.

Doch was nun? Vielleicht ein bisschen was vom Bild abschneiden?

Stopp!

Hier habe ich ein paar interessante Tipps und Tricks rund um die Rahmung von Portraits gesammelt.

  1. Die Größe des Rahmens: Portraits bringt man optimal zur Geltung, wenn der Rahmen eine DIN-Größe größer gewählt wird als das Format des Bildes. So sollte man für ein Pastellgemälde in A4 (21,0 x 29,7 cm) einen Rahmen wählen, der in etwa dem A3-Format (29,7 x 42 cm) entspricht.Für meine standardmäßig angebotenen Formate könnten also folgende Rahmengrößen gewählt werden:

    18,0 x 24,0 cm Portrait –  A4-Rahmen
    A4 Portrait – A3-Rahmen oder Rahmen mit den Maßen 30×40 cm
    A3 Portrait – Rahmen mit den Maßen 40 x 50 cm oder größer

  2. Die Farbe des Rahmens: Pastellfarben besitzen eine große Ausdruckskraft, wirken jedoch im Gegensatz zu Acryl- oder Ölfarben vergleichsweise zart. Deshalb sind grelle und starke Rahmenfarben eher kontraproduktiv, wenn man das Pastellgemälde gut zur Geltung bringen möchte. Ich empfehle holzfarbene Rahmen oder Rahmen in hellen Farbtönen.

  3. Das Passepartout: Da das Gemälde kleiner sein sollte als der Rahmen, ergibt sich zwangsläufig eine Freifläche innerhalb des Rahmens, also ein Rahmen im Rahmen um das Bild herum. Diese Fläche füllt man mit einem Passepartout aus, was dem Gemälde eine zusätzliche Tiefe und Ausstrahlung verleiht.Es gibt zwei Möglichkeiten ein Passepartout zu bekommen: entweder man stellt es mehr oder weniger professionell selber her, oder man kauft einen Rahmen mit beigepackten Passepartout.Eine Anleitung zur professionellen Herstellung eines Passepartouts habe ich hier entdeckt, für diese Herstellungsweise benötigt man allerdings einige besondere Werkzeuge.Weniger professionell, dafür jedoch auch ohne entstehende Tiefenwirkung, kann man ein Passepartout folgendermaßen herstellen:- benötigt werden: eine schnittfeste Unterlage, ein Cuttermesser oder eine Schere, ein dicker Bogen heller Zeichenkarton in der Größe des Bilderrahmenglases (er wird später das Passepartout), ein Blatt Papier in der Größe des Gemäldes, ein Lineal, ein Bleistift (H).- Zuerst wird das Papier in der Größe des Gemäldes an jeder Seite um je einen Zentimeter eingekürzt.- Anschließend mittelt man mithilfe des Lineales das nun zugeschnittene Papier auf dem Zeichenkarton aus, sodass die gegenüberliegenden Seiten je die gleichen Abstände zum Bild aufweisen- Da jedoch ein in der Mitte befindliches Bild optisch immer etwas “nach unten rutscht”, schiebt man das Papier in der Größe des Gemäldes noch um mindestens einen Zentimeter nach oben (hier sollte man nach seinem eigenen Empfinden gehen).

    – Nun zieht man den Umriss des Papiers mit dem Bleistift nach und schneidet das entstandene Rechteck aus. Die besten Schnittkanten entstehen hier meiner Meinung nach, wenn Cuttermesser und Lineal zum Ausschneiden benutzt werden, ansonsten kann man zum Ausschneiden natürlich auch eine Schere verwenden. Übrigens: Je länger die Klingen der Schere sind, umso gerader werden die Schnittkanten.

    Hier mal ein Beispielfoto von einem gerahmten Gemälde:

  4. Wo gibt es passende Rahmen zu kaufen?  Bilderrahmen für meine persönlichen Gemälde habe ich fast ausschließlich bei Ikea gekauft. Ikea hat ein kleines, günstiges und gutes Rahmenangebot, der Rahmen “Ribba” hat z.B. ein Passepartout inklusive und kostet passend für ein Portrait in A4 5,99€. Für ein 18 x 24 cm großes Gemälde habe ich bei Ikea keinen passenden Rahmen finden können, letztendlich habe ich ein zusätzliches Passepartout in einen Rahmen von 30 x 40 cm eingelegt.Einige meiner Kunden berichteten mir später, dass sie für diese Gemäldegröße in einigen Haushaltsdiscountern wie Pfennigpfeiffer und MäcGeiz fündig geworden sind, jedoch ohne passendes Passepartout.Ebenso bieten dm und Rossmann ein kleines Sortiment an Holzrahmen an.Sollte Ihnen die Rahmensuche zu kompliziert sein, haben Sie auch immer die Möglichkeit Ihr Gemälde professionell rahmen zu lassen. Qualitativ hochwertigere Rahmen können Sie vor Ort passend zum Portrait auswählen und anpassen lassen.
  5. Die Rahmung: Nun haben Sie einen geeigneten Rahmen samt Passepartout gefunden. Doch wie sollten Sie nun am besten vorgehen?
    Zunächst sollten Sie den Rahmen öffnen, die Rückwand herausnehmen und das Passepartout einlegen. Anschließend legen Sie das Gemälde auf das Passepartout und richten es darauf passend aus. Abschließend folgt noch vorsichtig die Rückwand.Ich male meine Gemälde mit Pastellkreiden, deshalb hier noch ein kleiner Warnhinweis:

    Pastellkreiden bestehen aus einzelnen Farbpigmenten die durch Berührung aller Art verwischt werden können.
    Zwar verwende ich ein Fixierspray um die Farben an das Papier zu binden. Doch auch dies kann Beschädigungen am Gemälde nicht ganz verhindern, die beispielsweise durch starkes Wischen über die Farben, scharfkantige Gegenstände, Fettfinger, usw. entstehen können.Heben Sie Ihr Pastellgemälde zur Rahmung bitte mit sauberen Händen an den Seitenkanten hoch und streichen Sie nicht über die Farbschicht. Gegebenenfalls können Sie auch Handschuhe tragen.